„Wer nur den lieben Gott lässt walten“

Kantaten von Bach, Martin und Mendelssohn Bartholdy

Künstlerischer Aufbruch in der Musik hin zu neuen Klängen und Kompositionsweisen basiert meist auf genauer Kenntnis der Tradition. Nur sehr selten wird etwas wirklich Neues erfunden. So dient insbesondere Johann Sebastian Bach vielen Generationen von Musikschaffenden als großes kompositorisches Vorbild. Felix Mendelssohn Bartholdy formuliert ausdrücklich diesen zurückgewandten und zugleich wertschätzenden Blick auf „den alten Bach“, wenn er seine Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ mit Bachs Version vergleicht.

Der Schweizer Komponisten Frank Martin offenbart ebenfalls in seinem letzten Werk, der Kammerkantate „Et la vie l‘emporta“ (1974), eingehende Werkkenntnis des Bach‘schen Œuvres, wenngleich in diesem Werk des 20. Jahrhunderts vollkommen andere Klangwelten entstehen.

Auch Bach selbst hat musikalische Vorläufer, so z. B. den Dresdner Komponisten Heinrich Schütz – er bringt neue musikalische Entwicklungen aus Italien nach Deutschland mit und kombiniert sie mit der deutschen Sprache – und Johann Hermann Schein, Bachs Vorgänger im Amt des Kirchenmusikers an der Leipziger Thomaskirche. Von ihnen übernimmt er die spezifisch protestantische Art der musikalischen Textauslegung.

Johann Sebastian Bach hat in seinen Kantatenaufführungen stets seine Schüler miteingebunden. In dieser Tradition bringen der Große Chor des Karl-Theodor-v.-Dalberg-Gymnasiums und das Vokalensemble VOCES Aschaffenburg gemeinsam Kantaten von Bach, Mendelssohn und Martin sowie Motetten von Schütz, Schein und Chilcott zu Gehör. Begleitet werden die beiden Chöre vom Orchester Armonia dell'Arcadia Bamberg, das hierbei sowohl auf barocken als auch auf modernen Instrumenten musiziert. Die musikalische Gesamtleitung liegt bei Christoph Bayer.